Hafen-Anlegestelle für Personenschifffahrt

Nürnberg: Im Frühjahr 2013 wird im Nürnberger Hafen mit dem Bau einer Anlegestelle für bis zu zehn Flusskreuzfahrtschiffe begonnen. Die Hafenlände soll sich nach dem Ausbau längs des Main-Donau-Kanals auf einer Länge von rund 1 350 Metern nördlich und südlich der Hafenstraße erstrecken.

Die Planungen zum Erweiterungsprojekt Hafenlände sind seit 2005 unter Federführung des Amts für Wirtschaftsförderung (vormals Amt für Wirtschaft) entstanden und im Oktober 2012 vom Stadtrat verabschiedet worden. Ab Frühjahr 2013 wird mit dem Ausbau von insgesamt zehn Anlegestellen für Kabinenschiffe mit bis zu 135 Metern Länge begonnen. Dazu gehört neben der Verkehrserschließung auch die Bereitstellung notwendiger Ver- und Entsorgungseinrichtungen. Die Bauten sollen in einer ersten Ausbaustufe bis Ende 2014 fertiggestellt sein. Darüber hinaus sind in weiteren Schritten Infrastruktureinrichtungen wie Servicegebäude und weitere Funktionseinrichtungen geplant, sodass für ankommende Schiff-Touristen und die Nürnberger Bevölkerung ein neuer Erholungsraum mit Aufenthaltsqualität entsteht.

Die Stadt Nürnberg legt besonderen Wert auf die Umweltverträglichkeit der Ausführung. Da die Realisierung des Bauprojekts beim Servicebetrieb Öffentlicher Raum Nürnberg (Sör) liegt, hatte Sör alle Beteiligten Mitte Januar zu einem Runden Tisch eingeladen. Neben städtischen Vertretern von Wirtschaftsreferat, Umweltamt und Sör waren auch der Bund Naturschutz Nürnberg und das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Fürth/Erlangen sowie das planende Landschaftsarchitekturbüro „Werkgemeinschaft Freiraum“ an einer gemeinsamen Abstimmung beteiligt. Dabei wurden im Hinblick auf die Erstellung des Baufelds, die ab Februar 2013 erfolgen soll, folgende Eckpunkte festgelegt:

1. Sanfte Böschung statt Hügel

Die ursprüngliche Planung sah die Ausformung eines 21 Meter hohen, flächendeckenden Hügels unterhalb des bestehenden Parkplatzes vor. Hierfür wäre die Rodung der gesamten bewaldeten Fläche erforderlich gewesen. Stattdessen wird nun eine sanft geschwungene Hügelmodellierung („Tektur-Lösung“) realisiert, die den Eingriff in den Vegetationsbestand erheblich reduziert. Die Hügelmodellierung dient auch dem Lärmschutz von der Autobahn A 73. Diese Lösung bietet zudem den Vorteil, dass die Erdmassen, die für den Umbau entfernt werden müssen, vor Ort verwendet werden können und so der Abtransport des Erdaushubs per Lastwagen oder Schiff entfällt. Für die Bäume und Sträucher, die in diesem Areal entfernt werden müssen, wird eine flächengleiche Ersatzaufforstung innerhalb von drei Jahren vorgenommen.

2. Öffnung und Renaturierung des Schwarzengrabens

Im Zuge der Öffnung des bislang unterirdisch in Rohren geführten Schwarzengrabens und der Hügelmodellierung wird in den nächsten drei Jahren, also bis 2015, eine kleine Teichlandschaft entstehen, die heimischen Amphibien neuen Lebensraum bietet. Bei der Konzeption wird der Bund Naturschutz Nürnberg beratend zur Seite stehen.

3. Vogelschutz bleibt gewährleistet

Waldflächen im Süden sind Teil des europäischen Vogelschutzgebiets „Nürnberger Reichswald“. Der geplante Bau des Buswendeplatzes an der Hafenlände greift in dieses Gebiet ein. Deshalb ist für den Planungsbereich eine spezielle artenschutzrechtliche Prüfung durchgeführt worden, deren Ergebnisse sind in den „Landschaftspflegerischen Begleitplan“ eingeflossen sind. Die Prüfung ergab, dass die Erhaltungsziele des Vogelschutzgebiets nur in sehr geringem Umfang tangiert sind.

4. Vorziehen von Artenschutz-Maßnahmen

Zwei Maßnahmen zur Sicherung der kontinuierlichen ökologischen Funktionalität werden bereits 2013 realisiert. Zum einen werden Ersatzlebensräume für die Zauneidechse nördlich der Hafenstraße in einem Bereich zwischen Autobahn und Kanal in Form einer geeigneten Ruhe- und Fortpflanzungsstätte geschaffen. Hierfür werden die vorhandene Vegetation gelichtet und offene, lockere Bodenstellen geschaffen. Zum anderen wird eine Brutstätte der geschützten Vogelart des Baumpiepers auf eine bestehende Waldlichtung etwa 600 Meter weiter südlich verlagert.

5. Eingriffe in die Gehölzstrukturen

Rund 340 Bäume und Sträucher müssen im gesamten Baufeld weichen. Sie werden noch vor Beginn der Vogelbrutzeit Mitte März entfernt. Es handelt sich im Einzelnen um bis zu 300 Gehölze mit einem Stammumfang zwischen 31 und 79 Zentimeter und damit um Gehölze, die eher als Sträucher wirken. Die Nürnberger Baumschutzverordnung wertet Bäume ab einem Stammumfang von 80 Zentimetern als Baum, der nur mit Genehmigung des Umweltamts entfernt werden darf. 30 Bäume mit einem Stammumfang zwischen 80 bis 149 Zentimeter und zehn Bäume mit einem Stammumfang von über 150 Zentimetern müssen ebenfalls weichen. Für die zu fällenden Bäume und Sträucher werden – zum einem erheblichen Teil im unmittelbaren Umfeld des Bauprojekts – Ersatzpflanzungen vorgenommen.

Das Wasser- und Schiffahrtsamt Nürnberg war bereits tätig und hat zwischen dem Personenschifffahrthafen und der Schleuse Eibach auf der Ostseite des Kanals circa 30 Bäume entfernt. Diese Gehölzumbau- Arbeiten dienen der Förderung von Busch- und Heckenstrukturen zur Ansiedlung von Vogelbrutplätzen und stellen damit eine ökologische Aufwertung dar. Die Maßnahme war im Vorfeld mit der Unteren Naturschutzbehörde und dem Landesbund für Vogelschutz abgestimmt worden. Diese Arbeiten stehen jedoch nicht in Zusammenhang mit den anstehenden Bauarbeiten zur Erweiterung der Hafenlände und sind abgeschlossen.

Quelle: Stadt Nürnberg

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Kommentare: 2
  • #1

    Georg Ellinger (Sonntag, 09 August 2015 09:52)

    Die Hystorie des Hafen ist zwar interessant, aber wenn man eine Karte beigefügt hätte wo die Anlagestelle für die Passagierschiffe sich befindet, wäre dies sehr hilfreich. Die Karte sucht man vergeblich.

  • #2

    Heike Müller (Freitag, 25 Dezember 2015 15:44)

    Die Anlage ist bisher ganz gut gelungen.
    Was wir jedoch vermissen sind Mülleimer /
    Papierkörbe.
    Und ein Café (bar/Restaurant) wäre auch sehr schön.

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