Jugendschutzkontrollen und schlechte Halloween-Scherze

Nürnberg: Die Nürnberger Polizei hat erneut gemeinsam mit dem Jugendamt, der VAG und der Bundespolizei in der Nacht vom 31.10.2012 auf 01.11.2012 Jugendschutzkontrollen, insbesondere am Hauptbahnhof Nürnberg sowie dem Klingenhofareal, durchgeführt. Die Einsatzkräfte ziehen Bilanz:

Die Anmarschphase am Hauptbahnhof begann wie üblich gegen ca. 19:45 Uhr und dauerte bis etwa 21:00 Uhr. Im Verteilergeschoss sowie am U-Bahnsteig kontrollierte die Polizei zusammen mit der VAG Nürnberg sowie dem Jugendamt. Im Bahnhofsbereich übernahm dies die Bundespolizei. Zudem wurde auch der Bereich des U-Bahnhofs Herrnhütte in die Kontrollen miteinbezogen.

Im Hauptbahnhof konnten ca. 2.000 Personen, überwiegend Jugendliche und Heranwachsende, angetroffen werden. Hier wurden bei rund 500 Personenkontrollen 150 Flaschen branntweinhaltige Getränke (meist Wodka und Mixgetränke) sowie etwa 300 Flaschen Bier durch die Jugendlichen freiwillig vor Ort abgegeben und vernichtet. Acht Jugendliche wurden in Gewahrsam genommen, von denen ein 16-jähriges Mädchen mit nahezu 1,6 Promille und ein 17-jähriger Junge mit fast 2 Promille den Eltern übergeben wurde. Ein weiterer 16-jähriger Jugendlicher kam wegen seiner Alkoholisierung in eine Klinik. Mit fast 3 Promille fiel ein Erwachsener auf, der anschließend ausgenüchtert wurde.

Insgesamt stellten die Beamten von 65 Personen die Personalien fest. Ein Erwachsener wurde angezeigt, weil er Branntwein an Jugendliche weitergegeben hatte.

Die Jugendlichen zeigten sich bei den Belehrungsgesprächen durch Jugendamt, VAG und Polizei einsichtig. Die neuen Alkoholverbotsregelungen im Hauptbahnhof und in den Bereichen der VAG sind offensichtlich weitgehend bekannt.

Insgesamt registrierten die Einsatzkräfte, dass dieses Mal mehr Wodka als sonst, dafür aber erheblich weniger Sekt und Wein mitgeführt wurde. Die Jugendschutzkontrollen werden deshalb auch weiterhin fortgeführt.

Als schlechter Halloween-Scherz erwies sich ein Vorfall, der sich gegen 23:15 Uhr im Nürnberger Stadtteil St. Johannis zutrug und der mehrere Polizeistreifen in Anspruch nahm. Dort war ein 18-Jähriger aufgefallen, der durch einen Messerstich an der Hand verletzt worden war. Bei einer ersten Befragung stellte sich zunächst heraus, dass insgesamt acht Jugendliche wohl unberechtigt in ein nahe gelegenes Wohnheim eingedrungen waren, um dort eine private Halloween-Party zu feiern. Plötzlich sollen zwei mit Halloween-Masken vermummte Personen auf zwei Partygäste eingestochen haben. Als der 18-Jährige einem der "Täter" das Messer entreißen wollte, wurde er dabei verletzt. Daraufhin flüchteten die Partygäste.

Nachdem weitere Einsatzkräfte zu dem Wohnheim beordert worden waren - auch ein Diensthundeführer war im Einsatz - wurde die Tür des Wohnheims durch die Polizei gewaltsam geöffnet, da nicht auszuschließen war, dass sich die "Täter" noch in dem Komplex aufhielten.

Bei der näheren Nachschau stellte sich nach ersten Ermittlungen der ganze Vorfall dann als offensichtlich schlechter Halloween-Scherz dar. Es konnten nur noch eine Flasche Kunstblut sowie mehrere leere Getränkeflaschen aufgefunden werden. Der verletzte 18-Jährige war offensichtlich ahnungslos und in die ganze Aktion nicht eingeweiht worden.

Die Polizei ermittelt nun gegen unbekannt wegen des Verdachts des Hausfriedensbruchs und der Körperverletzung. Von den Partygästen konnte zunächst niemand mehr angetroffen werden.

Im Nürnberger Stadtteil Reichelsdorf wurden gegen 20:00 Uhr mehrere Jugendliche angehalten, die diverse Halloween-Artikel (Eier, Böller, Spiritus) mit sich führten. Sie stehen im Verdacht, dass sie kurz vorher insgesamt sieben Briefkastenklappen einer Briefkastenanlage abgeschlagen hatten. Auch hier wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Abgesehen von diesen Einsätzen gab es in Mittelfranken offensichtlich keine weiteren der Polizei bekannten nennenswerten Halloween-Aktionen. Es entstanden überwiegend nur geringe Sachschäden.

Quelle: Polizeipräsidium Mittelfranken

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