Ice Tigers: Spektakuläres Spiel - 5:6 gegen Berlin

Nürnberg: Es war das erste "Beschnuppern" der beiden Teams, die am 5. Januar für das größte Spektakel in der Geschichte der DEL sorgen werden. Von Beschnuppern war am Freitagabend aber von Anfang an überhaupt nichts zu merken.

Mit offenem Visier lieferten sich die THOMAS SABO Ice Tigers und die Eisbären Berlin einen spektakulären Schlagabtausch. Kein Wunder also, dass nach dem zweiten Drittel bereits acht Tore fielen. Doch der Reihe nach. Bereits nach 117 Sekunden brachte Dusan Frosch die Ice Tigers mit deren erstem richtigen Angriff in Führung. Ein Berliner Verteidiger rutschte Weg, Frosch kam an den Puck, lief ins gegnerische Drittel und traf überlegt genau neben den Pfosten. Nürnberg setzte nach und kam durch Rob Leask auch zur nächsten Chance. Die Berliner kamen ihrerseits in der 6. Minute durch Verteidiger Mark Katic in Überzahl zu ihren ersten Gelegenheiten, konnten Tyler Weiman im Nürnberger Tor aber noch nicht überwinden. In der 10. Minute spielte Casey Borer einen genialen, langen Pass zu Evan Kaufmann, der bei seinem Alleingang unfair gestoppt wurde. Den fälligen Penalty konnte Kaufmann allerdings nicht verwerten. Zwei Minuten später blieb der Puck in Nürnberger Überzahl nach einem Schlenzer von Eric Chouinard und dem Nachstochern von Ryan Bayda auf der Berliner Torlinie liegen. Auf der anderen Seite machten es die Eisbären in der 15. Minute besser, als Matt Foy in Überzahl der Ausgleich gelang.

Die Ice Tigers hätten ins zweite Drittel eigentlich mit einer Führung gehen müssen, aber erst vergab Evan Kaufmann den nächsten Alleingang (16.), dann fanden auch Casey Borer und Jason Jaspers keinen Weg vorbei an Rob Zepp im Berliner Tor. So ging es beim Stand von 1:1 ins zweite Drittel, das wohl als eines der besten und spektakulärsten Drittel in der Geschichte des Nürnberger Eishockeys eingehen wird. Die Berliner begannen druckvoll, das Tor aber erzielten die Ice Tigers. Bei einem Schlagschuss von Ryan Bayda von der linken Seite sah Zepp nicht gut aus, der Puck rutschte ihm irgendwie durch die Fanghand. Etwas mehr als zwei Minuten später durften aber schon wieder die Eisbären jubeln. Gerade als die Ice Tigers eine Unterzahlsituation überstanden hatten, brachte Tyson Mulock den Puck irgendwie aus dem Gewühl heraus über die Linie. Wiederum nur 101 Sekunden später durften die Ice Tigers auch schon wieder jubeln. Einen perfekt vorgetragenen Konter über Jason Jaspers schloss Evan Kaufmann perfekt zur 3:2-Führung ab. In der 31. Minute, als beide Teams einen Spieler auf der Strafbank hatten, erhöhte Casey Borer mit einem wunderbaren Handgelenkschuss unter die Latte sogar auf 4:2. Das Spiel ging weiter hin und her, kurz vor Drittelende traf Mads Christensen zum 4:3-Anschlusstreffer.

Da die Eisbären nur wenige Sekunden später nachlegten und Frank Hördler einen Schlagschuss unter die Latte jagte, ging das Spiel vollkommen offen beim Stand von 4:4 ins letzte Drittel. Dort war die Partie völlig offen und wurde weiterhin mit offenem Visier geführt. Die erste Chance im letzten Drittel hatte Yasin Ehliz, der sich in der Mitte wunderbar durchsetzte, den Puck aber nicht durch die Schoner von Zepp brachte. Beide Teams warteten nun auf den vermeintlich entscheidenden Fehler. Diesen machten die Ice Tigers in Überzahl. T.J. Mulock fing einen Pass in die Rundung ab, lief allen davon und traf zum 4:5 aus Nürnberger Sicht. Die Ice Tigers kämpften sich aber noch einmal zurück in die Partie und kamen 101 Sekunden vor Schluss durch Steven Reinprecht nach wunderbarem Querpass von Dusan Frosch auch noch einmal zum Ausgleich. 36 Sekunden vor Schluss aber nutzten die Berliner den nächsten Fehler in der Nürnberger Hintermannschaft eiskalt aus, Mads Christensen sorgte für den 5:6-Endstand in einem spektakulären Spiel.

Stimmen zum Spiel:

Don Jackson: "Es macht immer Spaß, gegen Jeff Tomlinson zu spielen, der bei uns sehr gute Arbeit geleistet hat. Sein Fingerabdruck ist heute noch auf unserer Mannschaft. Ich bin stolz auf meine Jungs, die gegen eine gute Mannschaft zurückgekommen ist. So ein Spiel ist super für die Fans, aber gefährlich für die Trainer."

Jeff Tomlinson: "Es war wieder ein Krimi, der heute mal anders für uns ausging. Wir wollen zwar schönes und offensives Eishockey spielen, aber das war heute zu wild für mich. Die Eisbären haben uns dazu gezwungen, Fehler zu machen. Der Knackpunkt war für mich das 3. Tor, das Berlin heute geschossen hat. Da haben wir das Momentum verloren."

Spielstand Zeit Torschütze 1. Assistent 2. Assistent Bemerkung
1:0 01:57 Frosch Chouinard Reinprecht  
1:1 14:38 Foy Mulock Rankel 5:4-Überzahl
2:1 22:53 Bayda Pollock Ehliz  
2:2 25:10 Mulock Tallackson Arniel  
3:2 26:51 Kaufmann Jaspers James  
4:2 30:19 Borer Schüle Reinprecht  
4:3 38:37 Christensen Mulock Rankel  
4:4 39:10 Hördler      
4:5 50:14 Mulock     4:5-Unterzahl
5:5 58:19 Reinprecht Frosch Festerling  
5:6 59:24 Christensen Rankel Mulock  

 

Strafen:
Ice Tigers 14 Min
Eisbären Berlin 12 Min

 

Allgemeine Informationen:

Zuschauer: 4724
Schiedsrichter: Krawinkel, Schimm

 

 

Text: Roman Horlamus / Thomas Sabo Ice Tigers
Fotos: Marcus Maier / Unser-Nuernberg.de, Evgeni Hecht / hecht-fotografie.com

 

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