Friedensmahl brachte 45 000 Euro

Nürnberg: Eine Spendensumme von rund 45 000 Euro kam beim Nürnberger Friedensmahl zusammen. Rund 180 Gäste genossen am Samstag, 29. September 2012, im Historischen Rathaussaal ein Vier-Gänge-Menü für den guten Zweck.

OB Dr. Maly überreicht den "Nürnberger Preis für diskriminierungsfreie Unternehmenskultur" an Dr. Johannes Schmitt, geschäftsführender Gesellschafter der Firma Aufzugswerke M. Schmitt + Sohn GmbH & Co. KG. Foto: Rick Paschold/ Stadt Nürnberg
OB Dr. Maly überreicht den "Nürnberger Preis für diskriminierungsfreie Unternehmenskultur" an Dr. Johannes Schmitt, geschäftsführender Gesellschafter der Firma Aufzugswerke M. Schmitt + Sohn GmbH & Co. KG. Foto: Rick Paschold/ Stadt Nürnberg

Der Abend stand mit Blick auf den Preisträger 2011, den kolumbianischen Menschenrechtler und Journalisten Hollman Morris, ganz im Zeichen der Menschenrechtslage in dessen Heimat Kolumbien. Der Erlös des Benefizabends kommt der weiteren journalistischen Arbeit des Fernsehsenders „Contravía“ zu Gute.

Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly warb als Gastgeber der Veranstaltung für Hollman Morris‘ wichtiges Engagement im Kampf für die Durchsetzung der Menschenrechte in Kolumbien. „Das Friedensmahl ist eine wichtige und schöne Einrichtung, weil es zeigt, dass die Stadt ihre Preisträger dauerhaft begleitet und deren Arbeit unterstützt“, betonte Dr. Maly im voll besetzten Rathaussaal. Morris berichtet als Journalist über die Opfer von Menschenrechtsverstößen und Gewaltverbrechen in seiner Heimat. Er und seine Familie sind deswegen immer wieder angefeindet worden und mussten das Land verlassen. In Kolumbien gibt es seit Jahrzehnten bewaffnete Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften, Guerillagruppen und paramilitärischen Gruppen. Einige von Morris‘ Recherchen haben bewirkt, dass schwerwiegende Fälle von Menschenrechtsverletzungen nicht straflos geblieben sind.

„Der mir von der Stadt Nürnberg verliehene Preis hat mir und meiner Arbeit viel Aufmerksamkeit beschert“, berichtete Hollman Morris, der vor acht Monaten wieder nach Kolumbien zurückkehren konnte. Mit ausschlaggebend für seine Rückkehr sei der Regierungswechsel in seiner Heimat, der auch den Friedensprozess wieder in Gang gebracht habe. Er sehe den ab 8. Oktober in Oslo anberaumten Verhandlungen zwischen der neuen Regierung und den Guerillagruppen optimistisch entgegen und hoffe, dass nach über 50 Jahren endlich Frieden in Kolumbien einkehren könne. Gemeinsam mit seinem Bruder Juan Pablo Morris, ebenfalls Journalist, erzählte er von der Arbeit des Fernsehsenders „Contravía“, der Opfern von Menschenrechtsverletzungen wie zum Beispiel von Vertreibungen eine Stimme gibt. Auch wenn das politische Klima sich verbessert habe, sei es wegen mangelnder finanzieller Mittel gegenwärtig nicht möglich, im Fernsehen zu senden. Produzierte Beiträge stünden im Internet bereit, so Hollman Morris. Mit Blick auf die anstehenden Friedensverhandlungen hob der 44-Jährige die wichtige Rolle der Medien hervor: Sie müssten den Prozess unbedingt kritisch begleiten.

Menschenrechtspreisträger 2011 Hollman Morris beim Friedensmahl im Historischen Rathaussaal. Foto: Rick Paschold/ Stadt Nürnberg
Menschenrechtspreisträger 2011 Hollman Morris beim Friedensmahl im Historischen Rathaussaal. Foto: Rick Paschold/ Stadt Nürnberg

Vor Beginn der Veranstaltung hatte Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly zum zweiten Mal den „Nürnberger Preis für diskriminierungsfreie Unternehmenskultur“ verliehen. Dr. Johannes Schmitt, geschäftsführender Gesellschafter der Firma Aufzugswerke M. Schmitt + Sohn GmbH & Co. KG, nahm die Auszeichnung für das Unternehmen in der Ehrenhalle entgegen. Schmitt + Sohn wurde für sein herausragendes Engagement für den betrieblichen Nachwuchs, für Integration und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie geehrt. So gibt es dort Sprachkurse für Mitarbeiter mit Migrationshintergrund und Väter und Mütter haben die Möglichkeit von zu Hause aus zu arbeiten. Mit dem Preis ehrt die „Stadt des Friedens und der Menschenrechte“ seit 2010 alle zwei Jahre ortsansässige Firmen, die sich gegen Rassismus und Diskriminierung einsetzen. Mit einer Anerkennungsurkunde würdigte die Jury auch das Engagement der Firma wpunkt Messebau GmbH, die ein vorbildliches Arbeitsschutzsystem besitzt. Der Preis ist ein weiterer Baustein in dem breit angelegten Bemühen der Stadt, auch auf lokaler Ebene gegen Rassismus und Diskriminierung einzutreten.

Beim anschließenden Galadinner servierte das Team des Arvena Park Hotels kulinarische Leckerbissen. Einen Augenschmaus zauberten wie in den vergangenen Jahren die Schülerinnen und Schüler der Berufsschule für Floristik. Umrahmt wurde das Programm des Abends mit Musik der Kulturförderpreisträgerin der Stadt Nürnberg, Yara Linss, und ihrer Band. Die Veranstaltung fand zum siebten Mal seit 1999 statt. Die Stadt veranstaltet das Friedensmahl alle zwei Jahre im Wechsel mit der Verleihung des Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreises. Die Benefizgala unterstützt jeweils das Projekt des Vorjahrespreisträgers. Der Titel knüpft an das historische Friedensmahl des Jahres 1649 an, bei dem die Gegner des Dreißigjährigen Krieges in Nürnberg ihren Friedensschluss besiegelten und Details aushandelten.

Quelle: Stadt Nürnberg

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