Verkehr und Infrastruktur

Fernverkehr

Der Nürnberger Hauptbahnhof im Stil des Neobarock
Der Nürnberger Hauptbahnhof im Stil des Neobarock - Quelle: Wikipedia / Christian Scherm

Als größter Dienstleister für den landgebundenen öffentlichen Verkehr tritt die Deutsche Bahn auf. Der Hauptbahnhof Nürnberg wirkt als Drehkreuz für den Schienenfernverkehr in Nordbayern. Nürnberg liegt im Schnittpunkt mehrerer ICE- und IC- sowie einzelner D-Zug-Linien.

 

Die wichtigsten sind:

  • ICE Bremen/Hamburg – Hannover – Fulda – Würzburg – Nürnberg – München
  • ICE Hamburg – Berlin – Leipzig – Nürnberg – München
  • ICE Ruhrgebiet – Frankfurt am Main – Würzburg – Nürnberg – München/Regensburg – Passau – Linz – Wien
  • IC Karlsruhe – Stuttgart – Nürnberg
  • IRE Nürnberg – Bayreuth – Hof – Chemnitz – Dresden (Fernverkehrs-Ersatz als Franken-Sachsen-Express)
  • RE Nürnberg – Schwandorf – Prag (Fernverkehrs-Ersatz als Bayern-Böhmen-Express)

 

Mehrere Fernbuslinien, hauptsächlich zu osteuropäischen Zielen, runden das Fernverkehrs-Angebot ab. Als zentrale Umsteigestation dient der ZOB Nürnberg, der vom Hauptbahnhof zu Fuß in ca. 2 Minuten zu erreichen ist.

 

Regionalverkehr

Das Fernverkehrsnetz wird durch zahlreiche Regionalverbindungen ergänzt. Regional-Express- und Regionalbahn-Züge bedienen die Eisenbahnstrecken in Richtung Amberg, Ansbach, Forchheim, Kitzingen, Neumarkt in der Oberpfalz, Pegnitz und Treuchtlingen.

 

Auf der seit dem 10. Dezember 2006 vollständig in das Fernverkehrsnetz integrierten Schnellfahrstrecke Nürnberg–Ingolstadt–München verkehrt neben den normalen ICE-Zügen mit dem München-Nürnberg-Express der schnellste Regional-Express Deutschlands.

 

Ein einheitliches Preissystem erlaubt die Benutzung regionaler und städtischer Verkehrsmittel mit ein und derselben Fahrkarte. Die Tarife des Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) gelten in ganz Mittelfranken sowie in Teilen der Regionen Oberfranken, Unterfranken und Oberpfalz.

Stadtverkehr

Die automatische Nürnberger U-Bahn
Die automatische Nürnberger U-Bahn - Quelle: Wikipedia / Tobias Bär

Die städtischen Linien des öffentlichen Nahverkehrs werden durch die Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg (VAG) betrieben. Rückgrat des Verkehrs bildet das Schienennetz, bestehend aus fünf Straßenbahn- und drei U-Bahnlinien. Die vier S-Bahnlinien der Deutschen Bahn dürfen ebenfalls zum Teil dem Stadtverkehr zugerechnet werden, da sie einen nennenswerten Anteil des Nürnberger Binnenverkehrs bewältigen. Die 51 Stadtbuslinien erschließen die nicht mit U-, S- oder Straßenbahn angebundenen Stadtteile.

 

Nach dem Generalverkehrsplan 1972 und der ÖPNV-Planung 1993 arbeitet die Stadt Nürnberg zusammen mit einem externen Ingenieursbüro seit 2008 an einem Nahverkehrsentwicklungsplan 2025+ (NVEP 2025). Ziel dabei ist es, einen attraktiven Ausbauplan für den Nahverkehr zu entwickeln, damit in Zukunft mehr Pendler den ÖPNV nutzen. Als Ergebnis sind im Gespräche:

 

  • Nördliche Altstadtquerung (Tram)
  • Tram nach Reutles oder bis Erlanger Südcampus (Hochschulline)
  • Tram zur Brunecker Straße
  • Durchbindung Gräfenbergbahn-Rangaubahn
  • Tram nach Kornburg

 

Besonderheiten in Nürnberg:

 

  • Alle Straßenbahnen und Busse sind Niederflurfahrzeuge.
  • In Nürnberg fuhr der erste Erdgasbus Deutschlands im Linienverkehr.
  • Bei der U-Bahn gab es zwischen der Inbetriebnahme der U3 am 14. Juni 2008 und der Automatisierung der Linie U2 den weltweit ersten Mischbetrieb mit automatischen (RUBIN) und herkömmlichen Fahrzeugen auf einer Strecke.

 

Individualverkehr

Autobahnen

Nürnberg liegt am Schnittpunkt wichtiger Bundesautobahnen, die sich südlich und östlich der Stadt kreuzen:

 

  • A 3 Emmerich am Rhein – Düsseldorf – Köln – Frankfurt am Main – Würzburg – Nürnberg – Regensburg – Passau
  • A 6 Saarbrücken – Kaiserslautern – Mannheim – Heilbronn – Nürnberg – Amberg – Waidhaus
  • A 9 Berlin – Leipzig – Hof/Saale – Bayreuth – Nürnberg – Ingolstadt – München
  • A 73 Feucht – Nürnberg – Fürth – Erlangen – Bamberg – Coburg – Suhl

Bundesstraßen

Im Stadtgebiet sind durch den Bundesstraßenring Nürnberg B 4 R folgende Bundesstraßen miteinander verbunden:

 

  • B 2 Rosow – Berlin – Lutherstadt Wittenberg – Leipzig – Gera – Hof – Bayreuth – Nürnberg – Donauwörth – Augsburg – München – Mittenwald
  • B 4 Bad Bramstedt – Hamburg – Braunschweig – Erfurt – Ilmenau – Coburg – Erlangen – Nürnberg – Fischbach bei Nürnberg
  • B 8 Emmerich am Rhein – Düsseldorf – Köln – Frankfurt am Main – Würzburg – Neustadt an der Aisch – Fürth – Nürnberg – Neumarkt in der Oberpfalz – Regensburg – Passau
  • B 14 Stockach – Tuttlingen – Horb – Stuttgart (als A 831/A 81) – Schwäbisch Hall – Ansbach – Nürnberg – Sulzbach-Rosenberg – Waidhaus

Stadtstraßen

Die Gesamtlänge aller Straßen im Stadtgebiet beträgt 1138,8 Kilometer (Stand 1. Januar 2006). An mehr als 500 Knotenpunkten wird der Verkehr durch Lichtsignalanlagen geregelt. Je nach Tageszeit und Verkehrssituation werden die Programme an den Lichtsignalanlagen automatisch oder manuell umgeschaltet. Feuerwehr, Straßenbahn und Linienbusse erhalten an über 100 Kreuzungen automatisch Vorrang.

 

Auf 1000 Einwohner kommen durchschnittlich 582 Kraftfahrzeuge. Ein großer Anteil am Verkehr in Nürnberg wird den täglichen Pendlerströmen zugerechnet. Im Jahr 2005 wurden in einer Werktag-Stichprobe 572.543 stadtgrenzüberschreitende Kraftfahrzeugfahrten gezählt.

 

Der Frankenschnellweg (A 73) wurde auf dem Stadtgebiet zur Kommunalstraße umgewidmet. Bis 2020 soll die Schnellstraße kreuzungsfrei ausgebaut werden und von der Rothenburger Straße bis Otto-Brenner Brücke als Tunnel geführt werden. Hierdurch sollen auch die Emissionen sowie die Schrankenwirkung zwischen den Stadtteilen reduziert werden. Im nördlichen Bauabschnitt wird der Lärmschutz ausgebaut. Die „Neue Kohlenhofstraße“ soll ebenfalls die umliegenden Stadtteile entlasten. Das Projekt wird rund 400 Millionen Euro kosten.

 

Laut Verkehrsunfallstatistik wurden im Jahr 2004 auf städtischen Straßen 2703 Menschen verletzt und 11 Menschen getötet.

Dynamisches Verkehrsleitsystem

Zur Steuerung des Verkehrsflusses bei Veranstaltungen oder bei besonderen Situationen, wie Baustellen und Unfällen, besitzt Nürnberg ein dynamisches Verkehrsleitsystem. Induktionsschleifen in den Fahrbahnen erfassen Fahrzeuganzahl, -typ und ungefähre Geschwindigkeit. Diese Informationen werden automatisch oder manuell analysiert und führen zu verkehrssituationsabhängigen Anzeigen auf dynamischen Wegweisern im Stadtgebiet sowie auf den umliegenden Autobahnen. Das dynamische Verkehrsleitsystem Nürnberg ist in seiner Art das größte in Europa.

Radverkehr

Für den Radverkehr in Nürnberg wurde ein eigenes Wegweisersystem eingeführt. Zahlreiche Einbahnstraßen wurden in Gegenrichtung für den Radverkehr freigegeben.

 

Der ADAC bewertete das Radwegenetz im Jahr 2003 als durchschnittlich. Kritisiert wird das Fehlen von Radwegen oder Radstreifen entlang von Hauptverkehrsstraßen, als Beispiel sind Bucher Straße und Tafelfeldstraße genannt. Gelobt werden die relativ geringe Unfallzahl und radfahrergünstige Ampelschaltungen.

 

In einer Umfrage des ADFC im Jahr 2005 nimmt Nürnberg im Kreis der Städte mit über 200.000 Einwohnern einen mittleren Platz ein (Rang 13 von 28 bei einem Notenmittelwert von 3,84). Gelobt wurde die Erreichbarkeit des Stadtzentrums, bemängelt wurde hingegen insbesondere die Verkehrsführung an Baustellen.

Fußwege

Nürnberg besitzt allein in der ca. 1,6 km² großen Altstadt mehrere Fußgängerzonen mit einer Gesamtlänge von ca. 5700 Metern. Der Stadtrat hatte 1966 beschlossen, eine Fußgängerzone einzurichten, da durch den Bau der U-Bahn die Einstellung des Oberflächenverkehrs möglich wurde. 1973 wurde ein städtebaulicher Wettbewerb durchgeführt, aus dem ein Vorschlag von Bernhard Winkler als Sieger hervorging. Nach diesem Plan begann 1975 die Einrichtung der Fußgängerzone.

 

Die Fußwege entlang Pegnitz, Wöhrder Wiese und Wöhrder See gelten als attraktiv und werden von vielen Spaziergängern, Joggern und Radfahrern genutzt.

Luftverkehr

Flughafen Nürnberg
Flughafen Nürnberg - Quelle: Wikipedia / Airport Nürnberg GmbH

Mit dem Flughafen Nürnberg (Airport Nürnberg), der im Norden der Stadt liegt, ist Nürnberg national und international angebunden. Der Flughafen wird von der europaweit agierenden Fluglinie Air Berlin als Drehkreuz genutzt.

 

Die Anzahl von Starts und Landungen ist seit dem Jahr 1998 von 84.041 auf 78.043 (Stand 2006) gesunken, während die Zahl der beförderten Passagiere im gleichen Zeitraum von 2.529.307 auf 3.965.357 gestiegen ist. Im Jahr 2008 waren es 4,274 Millionen.

 

Schiffsverkehr

An das nationale und internationale Wasserstraßennetz ist Nürnberg durch den am westlichen Stadtrand verlaufenden Main-Donau-Kanal angebunden. Neben dem Bayernhafen Nürnberg ist auf dem Hafengelände das größte Güterverkehrszentrum (GVZ) Süddeutschlands beheimatet.

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Nürnberg aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

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