Regionale Spezialitäten

Nürnberger Rostbratwürste
Nürnberger Rostbratwürste - Quelle: Wikipedia / Alexander Kaiser

Bereits in den Jahren zwischen 1302 und 1310 erließ der Rat der Stadt ein Gebot, ausschließlich mit Gerste zu brauen. Obwohl lange Zeit das untergärig gebraute, stark gehopfte Rotbier in Nürnberg am meisten verbreitet war, ist es heute fast unbekannt. Seit 1531 wurde auch Weißbier gebraut. Aber auch Wein war ein geschätztes Getränk. Die Felsengänge verweisen noch auf die hohe Bedeutung der Braukunst in Nürnberg. Noch im Jahr 1880 stand Nürnberg mit einer Menge von 173.000 Hektolitern an der Spitze des bayerischen Bierexports. Heute sind in der Stadt selbst nur noch wenige Brauereien verblieben, doch hat die Region weiterhin eine hohe Brauereidichte. Diese Kleinbrauereien genießen einen ausgezeichneten Ruf. Bekannt und geschätzt ist auch das Spalter Bier, gebraut aus dem dort angebauten Hopfen.

 

Die bekannteste Wurstspezialität der Stadt ist die Nürnberger Rostbratwurst. Bereits 1497 schrieb der Stadtrat Zutaten und Größe vor. Die geringe Größe von nur sieben bis neun Zentimetern scheint Ausdruck der hohen Preise in Nürnberg zur Zeit des Mittelalters gewesen zu sein. Doch ist das neben der typischen Majoran-Note das Geheimnis ihres Geschmacks, da wegen des günstigen Verhältnisses von Oberfläche und Volumen das Grillaroma des Buchenfeuers besser angenommen wird. Sie wird entweder im Brötchen (fränk. Weggla) mit Senf oder zu gekochtem Sauerkraut, dann allerdings – von den Einheimischen bevorzugt – mit Meerrettich, fränkisch Kren genannt, gegessen. Als Sauere Zipfel bezeichnet man die in einem Essigsud mit Zwiebeln gekochten Nürnberger Bratwürste.

 

Daneben ist auch die Stadtwurst eine geschätzte Wurstspezialität Nürnbergs. Als Stadtwurst mit Musik wird sie in zahlreichen Biergärten im Sommer, dünn aufgeschnitten auf einem Teller, mit fein gehackten Zwiebeln, einem mild-säuerlichen Essigdressing und einigen Scheiben Holzofenbrot serviert. Auch der Ochsenmaulsalat hat einen leicht säuerlich erfrischenden Geschmack.

 

Als Süßwasserfisch wird der Karpfen gebacken oder blau aus der traditionellen Küche der Stadt und in der Region gegessen. Ein typischer Sonntagsbraten ist das Schäuferle mit rohen Klößen. Daneben wird der fränkische Sauerbraten geschätzt, dessen Soße mit einem Soßenlebkuchen verfeinert wird.

 

Seit der Nachkriegszeit wandelte sich jedoch auch in Nürnberg verstärkt die Alltagsküche. Heute sind neben den traditionellen Gerichten auch Döner, Pizza und andere überkulturelle Speisen beliebt.

 

Die traditionelle Verwendung einer Vielzahl von Gewürzen ist wohl auf den ausgedehnten Fernhandel im Mittelalter zurückzuführen. Auch der überregional bekannte Nürnberger Lebkuchen steht für diesen Aromenreichtum. Seine Produktion in der Stadt ist seit dem 13. Jahrhundert belegt.[SL 15] Zur Kirchweih im Sommer werden traditionell Knieküchle gebacken.

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