Bevölkerung

Eingemeindungen

Bis 1825 umfasste das Stadtgebiet 160,84 ha. Seitdem wurden, nachdem die Einwohnerzahl der Stadt infolge der Industriellen Revolution immer mehr gestiegen war und die Stadt sich immer weiter ausgedehnt hatte, mehrere ehemals selbstständige Gemeinden in das Stadtgebiet eingegliedert, so dass die Stadt heute über eine Fläche von etwa 186,4 km² verfügt.

Einwohnerentwicklung

Mit Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert setzte ein starkes Bevölkerungswachstum ein. Lebten 1812 in der Stadt erst 26.000 Menschen, so überschritt die Einwohnerzahl Nürnbergs bereits 1880 die Grenze von 100.000 Einwohnern und machte sie zur Großstadt. 1900 hatte die Stadt über 250.000 Einwohner, bis 1972 verdoppelte sich diese Zahl auf den historischen Höchststand von 515.000. Bis 1985 fiel die Bevölkerungszahl auf 465.000, inzwischen ist sie wieder gestiegen. Am 31. Dezember 2008 betrug die Amtliche Einwohnerzahl für Nürnberg nach Fortschreibung des Bayerischen Landesamtes für Statistik und Datenverarbeitung 503.638.

Am 18. November 2006 wurde in Nürnberg zum dritten Mal innerhalb von 40 Jahren der 500.000ste Bürger geboren.

Dialekt

Die Nürnberger Mundart zählt zur ostfränkischen Dialektgruppe, doch trägt sie deutliche Züge des Nordbairischen (beispielsweise gestürzte Diphthonge) und bildet einen Übergang zwischen den beiden Dialektgruppen. In der Forschung geht man heute davon aus, dass im Spätmittelalter der Stadtdialekt noch überwiegend zum Nordbairischen tendierte. In den letzten 200 Jahren beobachtet man dagegen eine Abkehr von bairischen zu ostfränkischen Merkmalen, obwohl es gerade im industriellen Zeitalter einen hohen Zuzug aus der Oberpfalz gab. Der Dialekt der Nachbarstadt Fürth ist bis auf Unterschiede bei der Pluralbildung und den Verkleinerungsformen sehr ähnlich. Mehrere Autoren wie Fitzgerald Kusz oder Klaus Schamberger pflegen noch heute den Stadtdialekt. Einige sind Mitglied des Collegiums Nürnberger Mundartdichter. Unter der jüngeren Bevölkerung wird kaum noch die Stadtmundart verwendet.[15] Man begegnet oft in den Medien einem Nürnberger Fränkisch, das eher auf umgangssprachlichen Formen als auf dem zu verschwinden drohenden Stadtdialekt basiert. Dokumentiert wurde die Nürnberger Mundart durch Tonaufnahmen im Rahmen der Erstellung des Bayerischen Sprachatlasses und einer 1907 herausgegeben Grammatik.

Religionen

Christentum

Lorenzkirche - Foto: Evgeni Hecht
Lorenzkirche - Foto: Evgeni Hecht

Das Gebiet des späteren Nürnberg gehörte ursprünglich zum Bistum Eichstätt. Ab 1016 wurde das Gebiet nördlich der Pegnitz dem Bistum Bamberg zugeordnet. 1525 führte die Reichsstadt Nürnberg die Reformation nach lutherischem Bekenntnis ein. Danach blieb sie über Jahrhunderte eine protestantische Stadt. Lediglich das exterritoriale Gebiet der Deutschordensniederlassung blieb katholisch.


Nach dem Übergang der Stadt an Bayern 1808 wurde die Bevölkerung Teil der protestantischen Kirche des Königreichs Bayern, die zunächst lutherische und reformierte Gemeinden umfasste. Im gleichen Jahr wurde das Generaldekanat, 1810 das Dekanat Nürnberg und 1934 der Kirchenkreis Nürnberg errichtet. Die Kirchengemeinden der Stadt Nürnberg gehören heute zum Dekanat Nürnberg, das mit fünf Prodekanaten (Nürnberg-Mitte, -Nord, -Ost, -West und -Süd) geführt wird.

Seit dem 19. Jahrhundert gab es auch für die reformierten Gemeindeglieder eine eigene Gemeinde, die 1853 zusammen mit den anderen reformierten Gemeinden Bayerns eine eigene Synode erhielt. 1919 trennten sich die reformierten Gemeinden formell von der protestantischen Kirche Bayerns. Seither gab es in Bayern zwei protestantische Landeskirchen, die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern und die Reformierte Synode in Bayern rechts des Rheins, die sich seit 1949 Evangelisch-reformierte Kirche in Bayern nannte und heute Teil der Evangelisch-reformierten Kirche – Synode evangelisch-reformierter Kirchen in Bayern und Nordwestdeutschland (Synodalverband XI) ist.

Spätestens seit dem 18. Jahrhundert nahm die Zahl der Katholiken in der Stadt wieder zu. Im Jahre 1810 entstand die erste katholische Gemeinde in Nürnberg seit der Reformation. Sie erhielt 1816 die Frauenkirche zur dauerhaften Nutzung. Seither entstanden weitere Gemeinden. Insbesondere durch die Eingliederung katholischer Vororte nach Nürnberg wuchs der Anteil der Katholiken im 20. Jahrhundert auf ein Drittel der Bevölkerung. Die 46 Pfarrgemeinden der Stadt gehören überwiegend zum Dekanat Nürnberg des Erzbistums Bamberg. Die Pfarreien in den südlichen Stadtteilen gehören zum Dekanat Nürnberg-Süd des Bistums Eichstätt. Beide Diözesen haben sich zur Katholischen Stadtkirche Nürnberg zusammengeschlossen, um eine einheitliche Außendarstellung zu realisieren. Viele der kirchlichen Einrichtungen sind im Haus der Stadtkirche untergebracht.

Neben den Landeskirchen gibt es eine Vielzahl von evangelischen Freikirchen in Nürnberg, darunter neun zum BFP gehörende Pfingstgemeinden, zwei Evangelisch-Freikirchliche Gemeinden, vier Gemeinden der Methodisten, eine Gemeinde der Mennoniten, eine Mennonitische Brüdergemeinde, eine Freie evangelische Gemeinde und sechs Gemeinden der Siebenten-Tags-Adventisten. Das freikirchlich geprägte Nehemia Team listet allein im Stadtgebiet Nürnberg rund 30 Freikirchen und weitere rund 20 fremdsprachige Gottesdienste auf. Viele dieser Gemeinden, die teils mit, teils ohne Dachverband arbeiten, haben sich in der Evangelischen Allianz Nürnberg zusammengeschlossen, um gemeinsame Projekte wie den Gebetsladen beim CVJM Kornmarkt oder andere übergemeindliche Projekte durchzuführen. Die Heilsarmee leistet mit ihrem Sozialwerk in Nürnberg mit rund 300 Bewohnern und 70 Mitarbeitern in der Obdachlosen- und Drogenabhängigenhilfe einen bedeutenden Beitrag zur örtlichen Sozialarbeit.

Ferner sind die Altkatholische Kirche und die Apostolische Gemeinschaft mit jeweils einer Gemeinde vertreten. Beide Kirchen sind, wie einige der oben genannten, Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen der Stadt.

Nürnberg ist Sitz der Metropolie für Deutschland, Zentral- und Nordeuropa der Rumänisch-Orthodoxen Kirche. Diese Glaubensgemeinschaft unterhält auch das Kloster eilige Märtyrer Brâncoveanu sowie die Pfarrei Heilige Märtyrer Demetrios. Mit der Gemeinde der Seligen Xenia von Sankt-Petersburg besteht auch eine Gemeinde der Russisch-Orthodoxen Kirche. Auch die Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage (auch Mormonen genannt) hat eine Gemeinde am Kesslerplatz.

Islam

Erste Kontakte mit dem Islam fanden in Nürnberg schon sehr früh statt. So erschien 1616 in Nürnberg die erste Übersetzung des Korans ins Deutsche von Salomon Schweigger.


Seit Anfang 1970 gibt es in Nürnberg Gemeinschaften zur Pflege und Förderung des islamischen Glaubens und islamischer Kultur. Die 1974 gegründete „Türkische Gemeinschaft e. V.“ ist der älteste dieser Vereine. Das 1976 gegründete „Islamische Kulturzentrum“ ist seit 1993 im Spittlertorgraben mit der Ayasofya-Cami-Moschee ansässig und gehört zum „Verband der islamischen Kulturzentren Köln“. Der „Türkisch-Islamische Kulturverein“ existiert seit 1979. 1996 wurde mit der „Eyüp-Sultan-Moschee“ die größte Moschee in Bayern und die drittgrößte in Deutschland eröffnet. Die einzige Moschee in Nürnberg, die in größerem Rahmen auch deutschsprachige Angebote macht, ist die der „Islamische Gemeinde Nürnberg (IGN)“.

Judentum

Die ehemalige Hauptsynagoge am Hans-Sachs-Platz
Die ehemalige Hauptsynagoge am Hans-Sachs-Platz - Quelle: Wikipedia / Ferdinand Schmidt

Otto von Freising berichtet als Erster, dass im Jahre 1146 mehrere Juden in Nürnberg Aufnahme fanden, nachdem sie aus dem Rheinland vertrieben worden waren, wo der französische Zisterziensermönch Radulf im Vorfeld des Zweiten Kreuzzuges zu Pogromen aufrief. Wahrscheinlich bestand aber bereits früher eine Ansiedlung südöstlich der Sebalduskirche, die wie das Egidienkloster außerhalb der Sebalder Stadtmauern und im Jahre 1150 bei der ersten Stadterweiterung mit eingeschlossen wurde. Aktuellere archäologische Untersuchungen konnten dieses Siedlungsgebiet allerdings nicht bestätigen. Eine Ansiedlung in Ghettos hatte es im Hochmittelalter noch nicht gegeben, doch könnte der heutige Obstmarkt als Siedlungskern infrage kommen. Man vermutet daher eine Umsiedlung auf das trockengelegte Gebiet am heutigen Hauptmarkt erst um das Jahr 1250. Die erste Synagoge ist für das Jahr 1296 bezeugt. Im Zuge der Thronstreitigkeiten zwischen Habsburgern und Nassauern setzte die Judenverfolgung mit dem Ausgangspunkt Röttingen auch massiv in Süddeutschland ein und es kam zum Rintfleisch-Pogrom. In Nürnberg floh die jüdische Bevölkerung auf einen Teil der Burg, doch wurde dieser von der wütenden Menge niedergebrannt. Das Nürnberger Memorbuch listet 628 Tote auf. Kurze Zeit danach war eine Rückkehr und Neuansiedlung wieder möglich. Doch bereits 1349 kam es infolge der Pestpogrome wieder zu Massakern, bei denen 562 Menschen, wohl etwa ein Drittel der jüdischen Gemeinde, den Ausschreitungen zum Opfer fielen. Nach Konrad von Megenbergs Bericht brach die Pest in der Stadt erst zwei Jahre später aus, sodass neben den vorgebrachten Motiven wohl auch der Neubau des Hauptmarktes und die Bereicherung im Vordergrund standen, wie auch die von Karl IV. erteilten Privilegien vermuten lassen. Auf dem Platz der Synagoge wurde auf Geheiß von Karl IV. die heutige Frauenkirche errichtet. Abermals folgte der Vertreibung die Wiederaufnahme. Das neue Siedlungsgebiet lag bei dem früheren Judenfriedhof (bei der späteren Judengasse/Wunderburggasse). Ab dem Jahr 1473 gab es wieder Pläne zur Judenausweisung. Im Jahr 1498 befahl Maximilian I. auf Anraten der Stadt die Ausweisung und Enteignung. Gleichzeitig versuchte der Stadtrat gewaltsame Übergriffe zu vermeiden, stellte das unter Strafe und gewährleistete die „Sicherheit“ durch Stadtknechte. Zwischen dem 20. Februar und 10. März 1499 mussten die Juden die Stadt verlassen. Doch entwickelte sich ab 1528 in der unmittelbaren Nachbarstadt Fürth ein aufblühendes jüdisches Gemeindeleben, das sich bis ins 20. Jahrhundert hielt. In Nürnberg wurde erst wieder 1850 eine Ansiedlung zugelassen, doch nahm das Judentum in der Stadt raschen Aufschwung und zählte bereits im Jahr 1871 1831 Mitglieder. Mit Einweihung der neugebauten Synagoge 1874 am heutigen Hans-Sachs-Platz hatte die jüdische Gemeinde ein neues Zuhause. 1902 wurde eine orthodoxe Synagoge in der Essenweinstraße geweiht. 1922 lebten mit 9280 Menschen die meisten Juden in Nürnberg. Nach der Machtergreifung Hitlers 1933 wanderten zahlreiche Gemeindemitglieder aus. Die Zahl der jüdischen Nürnberger Bevölkerung verminderte sich über die Jahre 1934 bis 1940 um 5638. Bereits im August 1938 ließ Julius Streicher die Nürnberger Hauptsynagoge abreißen; die Synagoge an der Essenweinstraße wurde im Zuge der Novemberpogrome in der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 abgebrannt. 1631 Nürnberger jüdischen Glaubens wurden Opfer des Nationalsozialismus.


Die heutige Israelitische Kultusgemeinde Nürnberg hat seit 1984 in der Johann-Priem-Straße ihren Sitz gefunden. Jedoch ist die räumliche Kapazität dieser Synagoge nach eigenen Angaben mit derzeit 1659 Mitgliedern (Stand 2008) nicht mehr ausreichend.

 

Atheisten und Konfessionslose

In Nürnberg gibt es einen aktiven Regionalverband des Humanistischen Verbandes Deutschland (HVD). Die örtlichen Mitglieder berufen sich ihrerseits auf eine mehr als 160-jährige Geschichte in der Region. Ihre Wurzeln sehen sie in der freikirchlichen Bewegungen des 19. Jahrhunderts, welche schon 1848 eine frei-christliche Gemeinde im Sinne Johannes Ronges in Nürnberg gründete. In den nächsten Jahren entwickelte sich hieraus eine aktive Freireligiöse Gemeinde, zu deren Mitgliedern auch Ludwig Feuerbach zählte. 1927 in Bund für Geistesfreiheit (kurz: bfg) umbenannt, erhielt die nun einige Tausend Mitglieder zählende Bewegung Körperschaftsrechte vom bayerischen Staat. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde der bfg zerschlagen und verboten, u. a. wegen seiner Nähe zur sozialdemokratisch gesinnten Arbeiterbewegung. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde er neu gegründet und erhielt alle in der Weimarer Republik verliehenen Rechte zurück. 1994 benannte sich der bfg Nürnberg K. d. ö. R. in HVD Nürnberg K. d. ö. R. um und schloss sich der zugehörigen Bundesorganisation an.

Aktuell zählt der Humanistische Verband Deutschlands etwa 1800 Mitglieder in Nürnberg und betätigt sich, neben seiner weltanschaulichen Tätigkeit, als Träger mehrerer Kindertagesstätten, Kindergärten und Horte sowie einer reformpädagogischen, privaten Humanistischen Grundschule im zu Nürnberg benachbarten Fürth.

Weitere Gemeinschaften

Es existiert eine mandäische Gemeinde sowie eine kleine Bahai-Gemeinde in Nürnberg. Seit 1998 existiert in der Imhoffstraße der Hindu-Tempel Sri Sithivinayagar. Verschiedenste buddhistische Gemeinden des Theravada, Mahayana und Vajrayana sind in Nürnberg mit Studien- und Meditationsgruppen aktiv.

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Nürnberg aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

Aktuelles

Sa

22

Mär

2014

Ice Tigers: Erster Sieg in Playoff-Viertelfinalserie!

Nürnberg: Im dritten Spiel der Viertelfinalserie sollte für die THOMAS SABO Ice Tigers endlich der erste Sieg gegen die Grizzly Adams Wolfsburg her. Von 6.797 begeisterten Zuschauern frenetisch unterstützt, legten die Ice Tigers, die mit Tyler Weiman im Tor begannen, los wie die Feuerwehr und setzten die Gäste dermaßen unter Druck, dass diese sich in den ersten 20 Minuten kaum aus der Nürnberger Umklammerung befreien konnten.

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Sa

25

Jan

2014

Ice Tigers: Spektakulärer 7:6 n.P.-Sieg gegen Augsburg!

Nürnberg: "Rock the House" hieß das Motto der THOMAS SABO Ice Tigers am Freitagabend gegen die Augsburger Panther. Und was die beiden Teams von Beginn an zeigten, hatte tatsächlich etwas von Rock'n'Roll.

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Mi

15

Jan

2014

„Tunneldurchschlag“ für die U3 Nordwest

Nürnberg: Die Bauarbeiten der U 3 Nordwest schreiten voran: Mit dem sogenannten „Tunneldurchschlag“ für den Abschnitt Klinikum Nord bis Nordwestring am heutigen Mittwoch, 15. Januar 2014, ist eine wichtige Bauphase abgeschlossen.

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