
Mit dem Internet besitzen wir ein wichtiges Instrument für die gesellschaftliche Teilhabe, für Gleichstellung und Selbstbestimmung. Es sollte jedem Benutzer /jeder Benutzerin möglich sein, das Internet grundsätzlich ohne Hilfe nutzen zu können. Eine nicht geringe Anzahl an BenutzerInnengruppen hat jedoch Probleme beim Zugang zu Informationen aus dem Internet. Insbesondere ältere Menschen oder Menschen mit Behinderungen stoßen aufgrund ihrer speziellen Bedürfnisse und Einschränkungen auf Barrieren, die ihnen den Zugang zum Internet und die Nutzung der Angebote erschweren oder gar verwehren. Das betrifft vor allem die Navigation und Lesbarkeit der angebotenen Inhalte.
Im Idealfall, wenn Design und Programmierung stimmen, bemerken Sie es als Normalbenutzer/in
optisch gar nicht.
Sie bemerken höchstens, dass die Seite schnell lädt, weil der Quellcode
schlank gehalten ist.
Sie bemerken, dass Sie sich auf der Seite gut zurechtfinden, weil eine nach
W3C Richtlinien programmierte Seite im allgemeinen auch benutzerfreundlichen
Kriterien entspricht. Sie sehen vielleicht auch, dass die Seite ein neueren
Webtrends entsprechendes klares, geradliniges und schnörkelloses Design
hat.
Und möglicherweise stellen Sie erfreut fest, dass Sie die Schrift beliebig
grösser stellen können und dass ausgedruckte Seiten nur den Inhalt
der Seite ohne die Navigation zeigen.
Wenn Sie Webseiten vom Marketingstandpunkt aus betrachten, werden Sie feststellen,
dass barrierefreie Seiten automatisch auch für Suchmaschinen optimiert
sind. Sie verstecken nicht ihre Unterseiten vor der Suchmaschine durch eine
javascriptabhängige Navigation. Wichtige Inhalte stehen im Quellcode am
Anfang und sind nicht in Layouttabellen verschachtelt, Überschriften sind
auch im Code als Header markiert. Bilder sind beschriftet und werden damit auch
von Suchmaschinen indiziert.
Wenn Sie auf assistive Technologien angewiesen sind, um Webseiten lesen zu
können, merken Sie sehr deutlich, wenn eine Seite barrierefreier als der
Durchschnitt ist. Ihr Screenreader oder Sprachbrowser stürzt nicht ab,
ärgert Sie nicht mit unverständlichen Bildernamen, undurchsichtigen
Framesets, Layouttabellen und sinnlosen Codepartikeln und liest auch nicht deutschsprachige
Wörter korrekt vor. Auch Ihr linear lesender Textbrowser zeigt die Textbausteine
einer Seite in der richtigen Reihenfolge an und lässt Sie Formulare gut
bedienen.
Wenn Sie sich mit Webdesign befassen und den Quellcode einer barrierefreien
Seite analysieren, werden Sie bemerken, dass Barrierefreiheit gar nicht schwer
erreichbar ist. Es handelt sich dabei nicht um eine Geheimwissenschaft, die
völliges Umlernen und gänzlich neues Programmieren erfordert.
Aktuellen Webstandards entsprechender valider Code sowie Trennung von (X)HTML-Struktur
und Formatierungsangaben in Stylesheets bilden die Grundlage. Auf Tabellenlayout
und Popups sollten Sie verzichten. Die Inhalte sollen mittels Überschrifts-
und Absatzelementen klar strukturiert sein, Bilder sollen beschriftet und fremdsprachige
Wörter markiert sein (strenggenommen auch alle Anglizismen in unserem Wortschatz,
z.B. Home und Sitemap). Beschriftung von Formularelementen und Datentabellen
sind weitere wesentliche Kriterien, die Sie beachten sollten.
Vorzeigebeispiele, die barrierefreie Programmierung mit gutem Design verbinden,
sind noch etwas schwer zu finden. Screendesigner/Innen beginnen erst langsam,
sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und kleine Agenturen spielen häufig
eine Vorreiterrolle.
Viele gut programmierte barrierefreie Seiten sind vom Design her schlichter
als sie sein müssten und bekräftigen damit das Vorurteil, dass Barrierefreiheit
sich nur schwer mit CI konformen, marketingwirksamen Unternehmensauftritten
verbinden lässt. Auch öffentliche Seiten wählen oft noch den
Weg einer zusätzlichen behindertengerechten optisch weniger ansprechenden
Version der Seite als ihren bisherigen Internetauftritt generell für alle
zugänglich zu machen.
Testen Sie, ob Ihre Seite nach den Richtlinien des World Wide Web Consortiums
(W3C)in HTML und XHTML barrierefrei programmiert wurde: HTML
Test . Hier werden die Stylesheets unter die Lupe genommen:
CSS Test
Um unsere Seite zu prüfen, klicken Sie einfach hier auf diesen Link!
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